Hi cryo
Ich habe schon seit ein paar Jahren eine alte Kiste (jetzt nicht mehr so alt) als Router laufen. Nebst Routen übernimmt der noch ganz andere Aufgaben im lokalen Netz.
Zuerst aber eine kleine Warnung:
So ein Router (oder eine EEEbox) mit Festplatten und allem drum und dran benötigt verhältnismässig viel Strom, um ihn pausenlos laufen zu lassen (und Wake On Lan ist nicht so der Brüller ...). Also sei dir bewusst, dass es sich um eine kleine Investition handelt, was du vorhast (aber es röckt).
Wenn du einfach nur einen funktionierenden Router haben willst, kauf dir am besten irgend einen
Cisco der 800er Reihe und du bist sehr gut bedient.
So, aber nun zum Thema:
Betriebssystem:
Ich bin schwer der Meinung, dass hier ein Linux- oder BSD-System die beste Wahl ist. FreeBSD ist Unix-ähnlich und ein wenig weniger verbreitet als Systeme auf Linux-Basis. Ich empfehle dir
Debian (nicht Ubuntu, das auf Debian basiert). Das habe ich hier auch im Einsatz.
Ich wüsste nicht auswendig, wie man das mit Windows macht, aber aus gesundheitlichen Gründen (Aufregung, Schweissausbrüche und Magenschmerzen bis hin zum Kammerflimmern) würde ich das sowieso nicht empfehlen.
Debian ist auch ganz schön leicht, um in die Linux-Welt einzutauchen (wenn du sagst du seist ein Noob auf dem Gebiet).
Hardware
Also, in einem modernen Cisco Switch rechnet ein
Prozessor mit etwa 400 MHz, der je nach Modell ungefähr 64 MBytes Memory zur Verfügung hat und diese Prozessoren machen Ferien in diesen Switches. Es ist zwar nicht so ein toller Vergleich, aber um es ins Verhältnis zu stellen hast du wahrscheinlich das fünfzigfache der nötigen Leistung zur Verfügung. Also genügt deine Hardware sicher, auch für ein NAS (und mehr).
Was du aber unbedingt brauchst, sind mindestens zwei Netzwerkkarten: eine fürs Interne Netz und eine für die Verbindung zum Modem (das dann im Bridge-Modus arbeiten muss, was ein Cablecom Modem ohnehin bereits tut).
Du brauchst dann auch einen Switch für dein internes Netz (nochmal Strom + Kosten) und mindestens Cat 5e Kabel für Gigabit Ethernet.
Ein Grafikkarte ist übrigens nur für die Installation nötig, danach kannst du diese entfernen und eine nicht unerhebliche Menge Strom sparen (Ich weiss, ich komme immer mit diesem Strom, aber meine Stromkosten sind um etwa 300% gestiegen, seit ich das so mache

).
Software-Konfiguration
Du brauchst natürlich eine Firewall. Dies klappt perfekt mit Linux (und damit meine ich wirklich perfekt), allerdings ist es nicht so einfach (als Anfänger) das selbst zu konfigurieren. Dabei kann ich dir aber helfen, wenn du soweit bist.
Als WLAN AP kannst du deinen Router auch einsetzen, allerdings benötigst du dafür eine weitere Netzwerkkarte mit Antenne usw. Ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass es hier für Linux vielleicht keinen Treiber gibt (aber meistens schon, wenn du etwas "ältere" Hardware nimmst).
DHCP Server usw ist unter Debian in 10 Minuten installiert und konfiguriert, auch da kann ich kurz helfen, wenn du willst.
Das Aufsetzen eines lokalen DNS Resolvers ("Nameserver") empfehle ich dir auch. So bist du nicht mehr von den maroden Resolver deines Providers abhängig.
Weiteres
Als Switch kannst du deinen Router nur einsetzen, wenn du noch mehr Netzwerkkarten kaufst (oder Karten mit mehreren Ports). Das setzt dann aber noch die Konfiguration als Bridge voraus, was je nach Topologie und Aufgaben des "Brouters" (Bridge + Router) unterschiedlich kompliziert ausfallen dürfte. Aber wenn du einfach nur einen Switch für dein internes Netz brauchst, dann rate ich dir zu einem Kauf eines kleinen Gigabit Switches; Ich habe schon länger den Vorgänger von
diesem Switch und der machte bis jetzt keine Probleme.
Die Idee finde ich übrigens supergeil und muss aus Erfahrung sagen, dass du so wohl am meisten über Linux und Netzwerke lernen kannst. Es macht auch richtig Spass, wenn alles im lokalen Netz einfach funktioniert und darüberhinaus blitzschnell reagiert (lokaler DNS Resolver, schnelle Firewall).
Ausserdem ist die ganze Sache, richtig aufgesetzt, ziemlich sicher ... eigentlich übertrieben sicher. Ein Cracker würde sich wahrscheinlich nicht die Zeit nehmen, dein System zu hacken (wenn er es denn überhaupt schafft), da sich der Aufwand überhaupt nicht lohnt.
Ich verweise gerne auch auf mein kleines (immer noch laufendes)
Projekt. Da habe ich zwei Internetzugänge (Swisscom und Cablecom) am gleichen Router angeschlossen
So, leg los mit deinen Fragen