Marktforscher gehen davon aus, dass Microsofts Windows 7 den PC-Markt weltweit ankurbeln wird. Die PC-Hersteller zweifeln an dieser Prognose: Für Windows 7 braucht man keine neue Hardware.
Besonders in Asien wird heftig darüber diskutiert, wie sich der PC-Markt entwickelt, wenn Microsofts Vista-Nachfolger Windows 7 auf den Markt kommt. Laut dem Branchenportal Digitimes rechnen Marktforscher mit einem Schub für den weltweiten PC-Markt, vor allem angesichts der derzeitigen Wirtschaftsflaute. Für das laufende Jahr geht man zwar noch von einem Rückgang der weltweit verkauften PCs und Notebooks um rund 5 Prozent aus, mit dem Start von Windows 7 soll sich der Markt aber wieder erholen: Ein Wachstum von insgesamt 10 Prozent stellen Branchenbeobachter in Aussicht, wobei sich insbesondere Net- und Notebooks mit Touchscreen-Funktionalität – die ja von Windows 7 unterstützt wird – vergleichsweise gut verkaufen sollen.
Derart positiv sehen aber die Hardware-Hersteller nicht in die Windows-7-Zukunft: Heute berichtet ebenfalls Digitimes über taiwanische PC-Fabrikanten, die damit rechnen, nicht vom Windows-7-Boom zu profitieren. Aus einleuchtendem Grund: Die Hardware-Anforderungen von Windows 7 sind zu niedrig. Windows Vista war bei seiner Einführung Anfang 2007 im Grunde nur in Kombination mit einem damals aktuellen Rechner zum Laufen zu bekommen, zu hoch waren die Hardware-Anforderungen. Einen Umstieg von XP auf Vista mit ein und demselben System leisteten sich oft nur Anwender, die bereits über einen entsprechend performanten PC verfügten. Bei Windows 7 hat Microsoft umgedacht: Schon auf Professional Developers Conference (siehe »Microsoft zeigt Windows 7«) sprach Chefentwickler Sinofski davon, dass Windows 7 auch auf einem Netbook zu installieren sein wird.
Haben sich die Hardware-Hersteller mit Windows Vista noch eine goldene Nase verdient, so fürchten sie nun um ihre Einnahmen: Einerseits wird beim derzeitigen Wissensstand kein PC-Neukauf für den Umstieg auf Windows 7 nötig sein, andererseits ist in Zeiten wie diesen für die Verbraucher der Preis alles. Das sieht auch Asus so: Gegenüber Digitimes erklären Asus-Vorstandvorsitzender Jonney Shih wie auch Asus -Präsident Jerry Shen, dass neben einer verbesserten wirtschaftlichen Situation auch »geeignete Kombinationen« aus Hard- und Software« nötig sind, um den PC-Markt anzukurbeln.
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